Die Vorreiter
Spielbetrieb vor 100 Jahren
Antreten war Pflicht
100 Jahre TC Desenberg

So sahen Warburgs flotte Tennisspieler wenige Jahre nach der Gründung des TC Desenberg aus. Immer adrett, auch wenn es einem im Sommer arg warm wurde.



Man hatte in den jungen Jahren des TC Desenberg immer und überall seine Pflicht zu erfüllen. Das galt natürlich auch auf dem Tennisplatz. Die Satzung von damals liest sich jedenfalls so. 1912 nämlich wurde ein Passus aufgenommen, der heute recht kurios anmutet: "Ein Pflichttag einmal in der Woche wird angesetzt, an dem alle Mitglieder zu erscheinen und mindestens eine Partie Tennis zu spielen haben. Zuwiderhandeln wird mit 1 Mark bestraft".

Geld wurde man auch los, wenn man seine Pflichtpartie absolvierte, aber dabei verlor. Die Satzung besagte, dass "die verlierende Partei ein Spielgeld von 5 Pfennig in die Platzkasse zahlen" musste. Unklar ist, ob der beste Spieler des TC Desenberg damals Mühe hatte, Freiwillige als Gegner zu finden.

Da das Spiel mitsamt Schlägern und Bällen Vereinseigentum war, drohten Strafen, wenn ein Spieler nachlässig damit umging. So musste 25 Pfennig berappen, "wer während des Regens den Schläger im Freien lässt oder mit dem Schläger nach harten Gegenständen wie Steinen, Kastanien usw. schlägt".

Der Jahresbeitrag lag damals bei fünf Mark. Sehr konsequent ging man mit Leuten um, die zwar immer alles besser wussten, aber keine Verantwortung übernehmen wollten: Wer in den Vorstand gewählt wurde, aber die Wahl nicht annahm, wurde aus dem Verein ausgeschlossen.




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